Das iPad, das elektronische Tablett von Apple, findet grossen Absatz. Gerade Werber, Zeitungsmenschen und PR-Fachleute sieht man kaum noch ohne den coolen Schachbrett-Computer herumlaufen. Doch was macht man damit überhaupt? Ist das ganze nur Spielerei oder kann man damit richtig arbeiten? "persoenlich.com" hat verschiedene User aus der Kommunikationsbranche dazu befragt und verabschiedet sich damit in die zweiwöchige Sommerpause. Zur Umfrage: Mehr»
SF: Teenie-Serie soll mehr Frische ins Programm bringen
Als seltene Konstellation befassen sich gleich 3 «Weltwoche»-Kolumnisten mit dem selben Thema: dem peinlichen Ausfall von Ex-TV-Direktor Peter Schellenberg gegenüber seiner Nachfolgerin Ingrid Deltenre im SoBli (diese Steilvorlage konnten sie sich ja fast nicht entgehen lassen). Fazit: Da schiesst sich einer selbst ab. Die Kolumnisten Christoph Mörgeli (Nationalrat, SVP) und Peter Rothenbühler («Le Matin») decken auf Seite 21 und 23 der «Weltwoche» zudem den wahren Grund auf, weshalb «Schälli» so in Rage gerät ob der geplanten Absetzung von «Lüthi und Blanc» – seine Familienangehörigen haben für die Soap-Produktion gearbeitet. Rothenbühler schreibt von «Vetternwirtschaft» und meint: « war ja für die Schellenbergs.» Mörgeli nicht minder scharf: «Schellenberg hat die SRG mit einem Familienbetrieb verwechselt. Sowohl Frau wie Kinder versorgte er im Leutschenbach.» Fast noch mehr ärgeren würde ihn, befinden die Kritiker unisono, dass er neben seiner Nachfolgerin in Vergessenheit gerate. Nur Medienkritiker Kurt W. Zimmermann sieht es in seiner Kolumne etwas anders. Für ihn bot sich Ingrid Deltenre dem Vorgänger durch ihr Verhalten (gegenüber den Medien) selber als schönes Angriffsziel dar. (pv.ch)
Seit kurzem zeichnet die Basler Comic-Künstlerin Kati Rickenbach die wöchentliche Seite im «Züritipp». Sie vertritt den pausierenden Mike van Audenhove und sein populäres «Züri by Mike». Die 26-Jährige gibt Auskunft. Natürlich auf Baseldeutsch.
PV.CH: Was isch Ihren erst Idruck vo Züri? Rickenbach: Alles isch sehr lebändig do, gross, und d Lütt sin viel unterwägs. Au unter dr Wuche isch immer öbbis los, jetzt während dr WM ganz bsunders. Es git no viel z entdecke für mi!
Und wie reagiered d Zürcher uf Ihren Dialekt? Jo, halt gliich wie überall. Het me au nur ei Satz gseit, scho heissts spitzfindig: «Ah, gäll, du bisch us Baaaasel.» (Und s «a» wird drbi in unändlichi Längene zooge.)
Usgrechnet ae Basleri zeichnet für de Züritipp! Anhand vo de durchuus positive Reaktione vo de Zyrcher bis jetzt, glaub ich, dass es sogar ganz guet goht. Ich dängg, es isch interessant für d Lütt vo do, wie öbber Neus, öbber vo uswärts, ihri Stadt wohrnimmt. Me cha drbi Sache entdecke, wo me sich wiedererkennt oder ähnlichi Erfahrige drmit gmacht het. Dr «Identifikations-Faktor», wie n ich däm saag, isch uff jede Fall e wichtigi Sach.
Warum haend Sie de Job übercho? Ich schaff jo do im Atelier vom Comic-Magazin «Strapazin» und em Verlag «Edition Moderne», wo dr Mike oft z Bsuech isch, und so han ich scho bald emol mitbecho, dass är e Usszyt plane tuet. Doruff abe hets en Art Wettbewärb gäh, wo n ich gwunne ha, was mi natürlich extrem gfreut het!
Was isch s Konzept vo «Zyri»? E autobiografischi, persönlichi Sicht vo mir uff d Stadt Zyri.
Wie reagiered d Zürcher uf Ihren Comic? Ich ha wahnsinnig viel e-Mails becho, sehr nätti Glückwünsch, und luschtigerwiis hän sich au vieli Basler «im Exil» gmolde und vo ihrne Erläbniss in dr grosse Stadt verzellt. Umgekehrt hän mir au einigi Zyrcher vo Sache gschriebe, wo sie in Basel erläbt hän.
Lasted als Ablösig vom Mike en gwüsse Druck uf Ihne? Glücklicherwiis nit wirklich, do ich jo vorhär nit do gwohnt ha, und es wird mir erscht jetzt bewusst, wie gross em Mike sin Bekanntheitsgrad isch in dere Stadt! Grundsätzlich mach ich aber eifach mis Ding und lueg, was passiert. Blibed Sie au nachher z Züri? Im Momänt gfallts mir extrem guet do, drum beantwort ich die Froog mit eme «He, joo».
Kati Rickenbachs Arbeiten sind ausser im «Züritipp» in diversen Comic-Magazinen wie im aktuellen«Strapazin», in «Orang», «Panik Elektro», «Flitter» und auf www.strapazin.ch/kati zu sehen; das Storyboard ihres ersten Buchs, das 2007 erscheint, jetzt schon auf www.electrocomics.de. (pv.ch)
Ich habs geschafft. Nach Anstrengungen von bald einem Jahr ist es mir gelungen, «Schweizer Journalist» zu abonnieren. Gestern lagen gerade 2 Ausgaben in meinem Briefkasten. Allerdings veraltete. Doch egal. Ich hab für dieses Abo gekämpft. Und nun wirds doch sicher auch in Zukunft klappen.
Lange bevor die Fachzeitschrift erschien, habe ich auf ihrer Website das Formular ausgefüllt und ein Jahresabo für 36 Franken bestellt. Es passierte nichts. Ich machte mir keine Gedanken. Das Heft war ja noch gar nicht auf dem Markt. Doch dann zitierten Kollegen Artikel aus der ersten Nummer. Wie bitte? Das ist jetzt erschienen? Ihr habt das zugeschickt gekriegt? Ok. Kann ja mal passieren beim Start. Ich besuche also nochmals die Website und fülle nochmals das ganze Formular aus. Weder erhalte ich jedoch die Erstnummer noch irgendeine der Folgenden. Die brauchen mich nicht als Abonnenten. Mühsam hole ich mir die Hefte nun jeweils bei Kollegen. Als mir das zu blöd wird, schreibe ich den Verlag direkt an. Erneut keine Antwort. Dann sind die so frech, mir via meiner offensichtlich gekauften e-Mail-Adresse Abowerbung zuzuschicken. Doch ich nutz die Gelegenheit und fülle das Formular zum 3. Mal aus. Und endlich kommt Post vom «Journalist». Doch statt mir das aktuelle Heft zu schicken – bin natürlich neugierig auf die neuste Ausgabe, weil da stehen soll, was meine Kollegen verdienen – schicken sie mir alte Nummer, die ich längst gesehen habe. Plus die Rechnung (Was die wohl machen, wenn ich mir mit dem Bezahlen auch so lange Zeit lasse?). Anyway. Ich bin zuversichtlich, in 1 bis 2 Monaten auch noch das aktuelle Heft zu erhalten. Was man in unserer Branche so verdient, wird sich hoffentlich schon vorher herumsprechen. (sut.)
Wie reagieren die Qualitätszeitungen auf die Herausforderung der Gratiszeitungen? Für eine ZPV-Podiumsdiskussion zum Thema treffen sich im September die Chefredaktoren von NZZ, Tagi, «Le Matin», «Heute» und evt. eines weiteren Titels. Siehe Agenda. (pv.ch)
Das Eidgenössische Volkswirtschaftsdepartement hat in die langwierige Auseinandersetzung um einen Gesamtarbeitsvertrag zwischen Medienhäusern und Medienschaffenden (Deutschschweiz/Tessin) eingegriffen. Das SECO hat eine Verfügung erlassen, welche die beiden Parteien an den Runden Tisch zwingt. Dies ist aus dem Journalistenverband Impressum verlautet. Impressum und Comedia haben das Seco mittels Gesuch angerufen. Zur Zeit wird ein Termin für die Gespräche festgelegt. Bis zum Abschluss des Einigungsverfahrens sind die Parteien verpflichtet, den Arbeitsfrieden zu wahren. Der GAV hat für angestellte und freie Journalisten Vorteile gegenüber dem Individualvertrag oder den sonst anzuwendenden OR-Bestimmungen: Lohn, Ferien, Überstunden, Sozialleistungen, Kündigungsfrist. (pv.ch)
«Und welches Buch schreibst du diese Woche?», pflegt auf der NZZaS-Redaktion Kollege Papst Kollege Wottreng jeweils zu fragen, wird kolportiert, weil dieser schon so manches geschrieben hat. «Diesmal ist es aber anders», könnte Wottreng nun antworten. Zwar ist sein neuestes Buch erschienen, doch hat ers nicht eigens geschrieben, sondern die 100 spannendsten Nachrufe darin vereinigt, welche er die letzten 4 Jahre für die NZZaS verfasst hat. Die Nachrufe erfreuen sich bei der Leserschaft grosser Beliebtheit, weil akribisch recherchiert und brillant geschrieben. Das hat der Orell-Füssli-Verlag gemerkt. Und so ist Wottrengs 8. Werk entstanden. In den 100 Nachrufen wird Aufsteigern und Aussenseitern, Erfolgsverwöhnten und Gescheiterten, Bekannten und Unbekannten gedacht. Der Autor meint dazu: «Aus biografischen Miniaturen entsteht ein Panorama des 20. Jahrhunderts, mit berührenden Geschichten und grossen Ereignissen, ein kleines Welttheater.» Die 304 Seiten «Kleine Weltgeschichten. 100 Nachrufe auf Menschen im Mittelpunkt und am Rand» sind für 44 Franken in der Buchhandlung zu haben. Mehr Infos: www.williwottreng.ch (pv.ch)
Geschosse auf Israel, Geschosse in den Gazastreifen. Fast täglich sterben palästinensische Zivilisten. Täglich erreichen uns die Meldungen – verfasst von Korrespondenten in der Sicherheit Tel Avivs oder Jerusalems. Nur ganz wenige Medienschaffende harren in den Palästinensergebieten aus. Eine davon ist Karin Wenger (27), die freie NZZ-Korrespondentin und Gewinnerin des Journalisten-Preises 2006, die dort Hintergrundberichte recherchiert.
Wenger hatte Schlagzeilen gemacht, weil sie von der israelischen Armee an einem Check Point ungebührlich schikaniert worden ist. Auf Intervention von EDA und Foreign Press Association hat sich Israel entschuldigt. Doch als Wenger nach der Entgegennahme des Preises wieder in den Gazastreifen einreisen wollte, folgte die unschöne Überraschung: Israel verweigerte ihr die notwendige Pressekarte. Begründung: Wenger sei so oft für Berichterstattungen ein- und ausgereist, sie bedürfe nun einer Arbeitsbewilligung. Das hätte Wohnsitz und Krankenasse in Israel bedeutet, was unverhältnismässig gewesen wäre für Wenger, die sich jeweils nur ein paar Monate in den besetzten Gebieten aufhält. Auf Druck der Schweizer Botschaft und der NZZ erhielt sie dann nochmals eine Pressekarte für kurze Zeit.
Was Wenger im Gazastreifen der letzten Wochen erlebte, beschreibt sie als «Krieg»:
«Am frühen Morgen reisst einen der Überschallknall israelischer Kampfflugzeuge im Tiefflug aus dem Schlaf. Regelmässig schlagen Artilleriegeschosse ein. Manchmal nur gerade 200-300 Meter entfernt. Israel sagt, es ziele auf Felder, doch die Splitter fliegen in weitem Umkreis. Die Menschen um mich hatten mehr als einmal Glück und wurden nur knapp verfehlt. Aus Helikoptern werden die Autos palästinensischer Kämpfer angegriffen. Ich bin nach dem Beschuss jeweils sofort hingefahren. Oft werden auch Zivilisten getroffen. Ich habe die Toten vor Ort gesehen, drei Kleinkinder, eines mit gespaltenem Schädel, und habe die Spitäler besucht. Das macht sehr nachdenklich. Vor allem auch die Kriegs- und Propagandalügen. Zum Glück gibts unabhängige Organisationen, die das untersuchen. Nachts hört man die israelischen Armeehelis übers Haus fliegen, fragt sich, wo sie gleich angreifen, sieht dann den Schein der Raketen. Das alles ist psychisch sehr anstrengend. Die Gewalt, das tägliche Blut – schwere Kost. Ich frage mich, wie das die Menschen überleben, die seit Jahren in Gaza gefangen sind. Und zum ersten Mal bin ich mir bewusst geworden, wie gefährlich die Arbeit hier ist.»
Zur Zeit ist Wenger in Ramallah im Westjordanland, wo sie sich «Inseln der Ruhe» schafft, auch einmal einen Reitausflug unternimmt, vor allem aber für eine längere Geschichte recherchiert. Die Palästinenser behandeln sie freundlich, sind froh, dass eine westliche Journalistin ein wenig Arabisch spricht und über ihren schwierigen Alltag berichtet. Die Ausreise aus dem Gazastreifen hatte Wenger diesmal gut vorbereitet und mit der Schweizer Botschaft koordiniert. Sie konnte mit einer Gruppe Internationaler den Check Point passieren. Dabei stellte Wenger den Dienst habenden Offizier zur Rede. Er entschuldigte den Vorfall mit der Unerfahrenheit der beteiligten Soldaten.
Wenger hat vor, noch bis August in den Palästinensergebieten zu bleiben. (sut.)
Der vor drei Jahren pensionierte SF-Direktor Peter Schellenberg nimmt das Ende seiner Liebslingssoap «Lüthi und Blanc» zum Anlass, an seiner Nachfolgerin Ingrid Deltenre herumzunörgeln. Kaffee trinkend, Zigarillo rauchend, in griesgrämigem Ton zieht er im SoBli vom Leder – und beweist damit, wie er in der Zeit stehen geblieben ist. Der Mann, der 40 Jahre seines Lebens im Leutschenbach verbracht hat, sagt heute, SF verpulvere sein Geld im Internet, das Nachrichtenstudio gleiche einer Hotelreception und sei mit Versandhauskatalog-Models bestückt, Deltenre fehle «jedes gesellschaftspolitische und soziale Fundament». Der Leser rätselt, wie Schellenberg zu diesem Urteil kommt, schliesslich schaut er trotz 4 TV-Geräten in seinem Häuschen in Zürich-Nord laut eigenen Angaben relativ selten SF. Dass Deltenre dem Schellenbergschen Protektionismus im Personalbereich ein Ende bereitete, bezeichnet er als «regelrechte Säuberungsaktion». Als die Interviewer einwenden, vielleicht habe er SF in einem Zustand hinterlassen, der nichts anderes als aufzuräumen zugelassen habe, gibt er immerhin zu, der Laden sei unter ihm nicht auf Quote getrimmt gewesen. Kann der arme Rentner nun gar nicht mehr fern sehen? Doch: Schellenberg schwärmt von den 800 DVDs in der Spielfilm-Sammlung seines Sohnes. (pv.ch)
Der Journalist und TV-Moderator wechselt in die Eventbranche. Wie die Wigra-Gruppe – grösste private Messeveranstalterin der Schweiz – mitteilt, wird Henrik Petro (37) Bereichsleiter «Automotive Messen und Events» bei der Mevex GmbH. Damit bestätigen sich Gerüchte, Petro kehre dem Fernsehen den Rücken (siehe weiter unten auf dieser Seite). Bei der Mevex wird Petro, der Erfahrung im Automobil-Journalismus mitbringt und mit einer Ferrari verheiratet ist, das «AutoExpo»-Messekonzept aus Zug im kommenden Jahr auch in Biel, Fribourg, Wetzikon und an ein bis zwei weiteren Standorten umsetzen. Dabei kann er auf erfahrene Mitarbeiter zurückgreifen. (pv.ch)
Das Westschweizer Wirtschaftsmagazin «Bilan» gibt zusammen mit der Waadtländer Kantonalbank ein eigenes Finanzprodukt heraus. Die Wirtschaftsjournalisten haben recherchiert und ein Portfolio mit den ihrer Ansicht nach aussichtsreichsten welschen Unternehmen zusammengestellt (u.a. Nestlé, Logitech, Adecco, Richemont, Publigroupe – und natürlich Herausgeberin Edipresse). Es heisst «Romandino» und wird am 4. Juli von der Kantonalbank emissioniert. Die «Bilan» schwärmt: «Sämtliche Vorzüge der florierenden Wirtschaft der Romandie.» Konkurrenz und Standesvertreter sind etwas skeptischer. Sie fragen sich, ob die «Bilan» nun noch unabhängig über die Unternehmen im Aktienkorb berichte, da sie nun quasi «Vermögensverwalterin» sei und damit interessiert an einer möglichst positiven Beurteilung der Firmen. (sut.)