Das penetrante Sie-Sagen auf deutschen Redaktionen hat offenbar auf den vormaligen Chefredaktor der «Welt» abgefärbt. Roger Köppel, jetziger Besitzer der «Weltwoche», siezt in der Doppelnummer 51/52 nun sogar eine seiner Verflossenen, die er auf Seite 82 interviewt. (pv.ch)
Ein Register der Interessenbindungen der akkreditierten Bundeshausjournalistinnen und -journalisten fand im Ständerat keine Zustimmung. Der Bundesrat, der die Motion des Zürcher SVP-Nationalrats Jürg Stahl schon zuvor abgelehnt hatte, soll nach der nun geänderten Motion lediglich prüfen, ob bei der Revision der Akkreditierungsverordnung die Offenlegung der Interessenbindungen der Medienschaffenden gefordert werden könne.
Die vor einem Jahr eingereichte Motion geht nun wieder an den Nationalrat zurück, der sie im Mai 2006 mit einer Zweidrittels-Mehrheit überraschend deutlich überwiesen hatte, und der sie in der vom Ständerat abgeänderten Form übernehmen oder verwerfen kann. Stahl hatte darin gefordert, von den Medien im Bundeshaus die gleiche Transparenz zu verlangen, wie sie auch für die Abgeordneten gilt. Die im Bundeshaus tätigen Medienschaffenden sollten Parteibuch, Beteiligungen, Mandate und die Mitgliedschaft in politisch relevanten Organisationen bekannt geben.
Ständerats-Kommissionspräsidentin Trix Heberlein (FDP/ZH) wies Namens der Kommission darauf hin, dass Journalisten von den Verlagen angestellt sind und ihnen gegenüber zur Loyalität und zur Qualität verpflichtet seien. Weder die Bundesversammlung noch die Bundeskanzlei träten als Arbeitgeberin auf. Eine Offenlegung müsste daher freiwillig erfolgen, wie dies heute schon bei den Bundesangestellten der Fall ist, sagte Heberlein. (pv.ch)
Neuer Besitzerwechsel beim Jean-Frey-Verlag. Der deutsche Axel-Spinger-Konzern («Bild», «Hör-zu») übernimmt von den bisherigen Aktionären um den Tessiner Financier Tito Tettamanti 99,5% der Anteile an dem Herausgeber von «Beobachter», «Bilanz» und «TV-Star». Aus dem Deal wurde zuvor die Restbeteiligung an der «Weltwoche» herausgelöst, die sich fortan im alleinigen Besitz von Chefredaktor Roger Köppel befinden wird. Der Axel-Springer-Verlag ist bereits seit 1999 an der Handelszeitungs-Gruppe beteiligt, mit der nun die Aktivitäten von Jean Frey zusammengelegt werden sollen. Die Gesamtleitung übernimmt Ralph Büchi. Über die Klinge musste Fillippo Leutenegger springen, der als CEO von Jean Frey per Ende 2006 zurücktritt und sich neuen Aufgaben zuwenden will. Dem Vernehmen nach bereitet er die Lancierung eines Fachblatts für Hauseigentümer vor. (pv.ch.)
Der Verleger und Journalist Michael von Babo macht Kasse und verkauft die von ihm gegründete und kontrollierte Compress Information Group AG in Thalwil an die Fachpresse Zürich AG, die wiederum zur deutschen Vogel-Medien-Gruppe in Würzburg gehört. Compress beschäftigt rund 25 Mitarbeitende und gibt die Fachzeitschriften «InfoWeek» und «IT Reseller» heraus. Vogel Medien produziert mit rund 900 Mitarbeitern mehr als 50 Zeitschriften mit einer jährlichen Gesamtauflage von über 20 Millionen Exemplaren. Im internationalen Verbund werden über 100 Objekte verlegt. Michael von Babo wird sich, wie man hört, nun vermehrt um seine erfolgreiche Neugründung «Seesicht» kümmern. (pv.ch.)
Nach dem krankheitsbedingten Ausfall des kurzzeitigen Ressortleiters Andrea Raschèr übernimmt ab Anfang 2007 Guido Kalberer den Vorsitz im Kulturressort des Tages-Anzeigers. Als seine Stellvertreterin amtet Simone Meier. Die Erennennung erfolgt gemäss einer Meldung des «Klein-Reports» nur provisorisch. Tagi-Chefredaktor Peter Hartmeier will mit den Beiden bis zum nächsten Sommer ein Konzept ausarbeiten, das den neuen Anforderungen an das Ressort Rechnung trägt. Vorgesehen sei eine ressortübergreifende Präsenz kultureller Themen. (pv.ch.)
Mit der Lancierung einer Grossauflage stösst nun auch der Tages-Anzeiger in den Markt der Gratis-Anzeiger vor, zumindest an einem Tag in der Woche. Ab Frühjahr 2007 wird Tamedia sein Hauptprodukt jeweils am Dienstag in einer Gesamtauflage von 395000 Exemplaren in den Regionen Zürichsee, Zürcher Oberland und Zürcher Unterland in die Briefkästen verteilen lassen. Damit soll der Tagi laut Verlag neue Leserinnen und Leser für die seit November erscheinenden Regionalausgaben gewonnen – und, so Marktbeobachter, den Konkurrenzblättern in diesen Regionen zeigen, wer der Platzhirsch ist. (pv.ch)
Bereits zum zweiten Mal hat das im österreichischen Salzburg verlegte Branchen-Fachblatt «Schweizer Journalist» seine Jahres-Auszeichnungen verliehen. Demnach gelang es Weltwoche-Neuverleger und Wieder-Chefredaktor Roger Köppel vor DRS-Nahostkorrespondentin Iren Meier der Sprung auf das Siegerpodest in der Kategorie der Schreibenden. Den Preis als Redaktion des Jahres erhielt die «NZZ am Sonntag», deren Mitglieder auch in einigen der zahlreichen Unterkategorien erfolgreich waren. Die von einer eher zufällig besetzen Jury bewerteten Leistungen stiessen nicht bei allen Geehrten auf Dankbarkeit. Es handele sich, so ein hier nicht genannt werden wollender Preisträger, wohl eher um «einen Marketing-Gag von SJ-Chef Markus Wiegand», denn um einen echten Leistungswettbewerb. (pv.ch)
Die Sühneverhandlung im Fall von Ringier-Publizist Frank A. Meyer gegen Nationalrat Christoph Mörgeli hat keine Einigung gebracht. Meyer ist nicht auf den von der Kilchberger Friedensrichterin vorbereiteten Einigungsvorschlag eingetreten. Damit ist wahrscheinlich, dass er die Klage wegen Persönlichkeitsverletzung an die nächst höhere Instanz weiterzieht. Meyer verlangt 10000 Franken Schadenersatz und die Löschung des Textes aus dem Internet, weil Mörgeli ihm in der «Weltwoche»-Kolumne vom 6. April «Gymnasiastenton» und den Gebrauch von Nazivokabular vorgeworfen hat (pv.ch berichtete). Gemäss Klageschrift wird Meyer damit in Zusammenhang mit der Judenverfolgung gebracht. Wie Mörgeli «presseverein.ch» sagte, hat er vor der Friedensrichterin die Anwürfe belegt, mit Worten aus Meyer-Kolumnen, darunter Bezeichnungen wie «Propagandaminister» (für Mörgeli) oder «Führerprinzip» bzw. «Führerpartei» (für die SVP). Für Mörgeli geht es um die Meinungsfreiheit, deshalb würde er gar freiwillig auf seine parlamentarische Immunität verzichten. Vom «Weltwoche-Verlag» war CEO Filippo Leutenegger zur Schlichtungsverhandlung erschienen. Frank A. Meyer, der von Ringier-Anwalt Matthias Schwaibold begleitet wurde, konnte für eine Stellungnahme nicht erreicht werden. (sut.)
Der Zürcher Presseverein sucht für seine Website presseverein.ch eine/n Online-Redaktor/in, der/die
1. Meldungen für http://www.presseverein.ch/news/branchen-klatsch generiert (News- und Klatschmeldungen aus dem Medienbereich)
2. unseren monatlichen (kurzen) Newsletter schreibt und versendet
3. generell die Site betreut
4. evt. ab und zu einen Press-Release schreibt
Wir bieten eine 20%-Stelle mit branchenüblicher Entlöhnung und 5 Wochen Ferien. (oder entsprechendes Mandat für Pressebüro/Internet-Agentur)
Antritt: 1.1.07
Anforderungen: Flair und Herzblut für Online-Journalismus.
Die Bewerbungsfrist läuft bis 19. November 2006.
Online-Bewerbungen per e-Mail an
info@presseverein.ch
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Die Berufsverbände der Medienschaffenden führen in Zusammenarbeit mit dem Gewerkschaftsbund die bis heute umfassendste Lohnerhebung der Branche durch.
Machen Sie unter www.lohnstudie.ch mit bei der Umfrage (Deadline 15. November). Die Angaben sind anonym.
Ziel der Befragung ist es, die Löhne inner- und ausserhalb der Branche vergleichbar zu machen.
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Der Zürcher Presseverein ZPV ist die Standesorganisation der 2500 Medienschaffenden im Grossraum Zürich.
Die Geschäftsstelle führt Felix Aeberli. Der pensionierte Chef vom Dienst der «Schweizer Illustrierten» hat diesen Herbst die Geschäftsführung des Zürcher Pressevereins übernommen. Mit der Mandatierung Aeberlis fliesst viel Know-how in die Journalistenvereinigung.
Felix Aeberli, langjähriger SI-Fotograf, arbeitet bei diversen Ringier-Redaktionen immer noch per Mandat mit, kennt die Schweizer Medienszene und ihre Akteure und hat zudem dem Presseverein während mehr als einer Dekade als Vorstandsmitglied und als Präsident (bis 2004) vorgestanden.
Als erste Aufgabe im neuen Job hat Felix Aeberli den Zürcher Presseverein und die Dachorganisation Impressum Schweiz am Verlegerkongress in Interlaken vertreten.
Der ZPV-Vorstand selbst ist mit mehreren strategischen Entscheiden befasst, so etwa Änderungen bei der Zeitschrift «ZPV-News». Alle Projekte stehen im Zeichen von Sparbemühungen. Es wird ein ereignisreiches Geschäftsjahr erwartet, dessen Höhepunkt der Presseball Ende Oktober sein dürfte. Siehe auch Agenda. Medienschaffende erhalten die Karten für den Pressepall zu Spezialkonditionen.
Der Presseverein zählt über 1500 Journalistinnen und Journalisten als Mitglieder und vertritt die Interessen der Medienschaffenden im Raum Zürich-Schaffhausen.
Wichtigste Aufgabe des ZPV-Dachverband Impressum bleibt der Einsatz für einen GAV.
Auf Ersuchen von Impressum hat das Eidgenössische Volkswirtschaftsdepartement in die Auseinandersetzung eingegriffen. Das SECO hat eine Verfügung erlassen, welche die beiden Parteien an den Runden Tisch bringt. Bis zum Abschluss des Einigungsverfahrens sind die Parteien verpflichtet, den Arbeitsfrieden zu wahren.
Der Musiksender Viva mausert sich immer mehr zum offiziellen “Farmteam” des Schweizer Fernsehens. Auffällig ist: Die meisten “Neuentdeckungen” unter den Moderator/innen des Schweizer Fernsehens sind nicht ganz so neu, sondern haben sich bereits bei Viva die Sporen abverdient. Mittlerweile sind mit Glanz&Gloria Frontfrau Nadja Zimmermann, «Eiger Mönch & Maier» Spring-ins-Feld Marco Fritsche, Wetterfee Cécile Bähler, MusicStar-Neueinkauf Max Loong und der eben zur Jugendquiz-Moderatorin erkorenen Conny Brügger bereits fünf Moderator/innen mit Viva-Vergangenheit beim Schweizer Fernsehen zu sehen. Und mit Christian Franzoso, derzeit unter den letzen vier verbliebenen Kandidaten bei der SF-Moderatorensuche-Castingshow «g&g sucht…», hegt ein weiterer moderationserprobter Ex-Viva-Mitarbeiter berechtigte Hoffnungen auf einen Job beim Staatsfernsehen. Zwar wird der kleine Nachbar am Leutschenbach gerne belächelt, wenn aber in Sachen Moderatoren-Nachwuchs Not am Mann (bzw. an der Frau) ist, dann bedient man sich beim Schweizer Fernsehen offenbar ganz gerne mal am Nachwuchs-Reservoir des benachbarten Kleinsenders.