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BAZ-Verleger ruft laut nach dem Staat

Nach der Übernahme der “Basler Zeitung Medien” fürchten einige einen Rechtsruck. Ein Interview mit Martin Wagner zeigt, dass er sich Protektion von Printmedien durch Staatshilfen wünscht, kurz, “Vergünstigungen, wo es nur geht”. Das freie Internet ist ihm ein Graus.

Es lichten sich die Reihen der Medien, die Staatshilfen kategorisch ausschliessen. Das Haus NZZ verzichtet nach wie vor, auch das die Weltwoche will davon nichts wissen. Davon abgesehen sind dezidierte Äusserungen gegen staatliche Hilfeleistungen für kriselnde Printmedien fast unhörbar geworden.

Sehr deutlich für eine staatliche Hilfestellung hat sich nun Martin Wagner ausgesprochen, neuer Verwaltungsratspräsident der “Basler Zeitung Medien”. Er wünscht sich “Vergünstigungen, wo es nur geht”.

Was wir brauchen, sind staatliche Förderungsmassnahmen für die Tageszeitung und den Journalismus. Da sind die Politiker aufgerufen. Ich möchte Kostensenkungen im Bereiche der Postzustellung, ich möchte, dass der Staat Studentenzeitungen und -radios subventioniert und für die journalistische Ausbildung grosszügig Stipendien ausrichtet, ich möchte Vergünstigungen, wo es nur geht.

Dazu pflegt er ein sehr gestriges Bild auf die demokratisierte Öffentlichkeit im Internet. “Es gibt keine ethischen Grundlagen für die Bloggerszene. Wie soll ich denen vertrauen können?” Richtig. Und wie sollen die Leser den Printmedien vertrauen? Die selbst auferlegten und im “Code of Conduct” festgeschriebenen Leitsätze werden ja immer wieder gebrochen.

Die zweifelhaften bisherigen Versuche der hiesigen Verleger im Internet benennt er aber sehr deutlich.

Wenn ich aber den Print kille, dann habe ich auch nichts mehr im Internet. Es ist ein Irrsinn, dass das niemand versteht!

Oh doch, das Internet gibt es auch dann nach wie vor. Nur ohne die etablierten Printverlage.

Wer schon nach Staatshilfen ruft, ohne überhaupt einen Versuch zu wagen, den neu gekauften Verlag “Basler Zeitung Medien” marktwirtschaftlich zu führen, kann man nicht gerade als Unternehmer bezeichnen. So einer ist eher Anhänger von sozialistischen Ideen, denn von marktwirtschaftlichen. Ein Rechtsruck ist also keinesfalls zu befürchten.

Bezeichnend auch die Reaktion der “Werbewoche” auf seine Ideen:

Tönt interessant. Es ist nur zu hoffen, dass die Politik mitspielt.

Äh ja. (pv.ch/RG)

Interview mit Martin Wagner in der Werbewoche

Erfasst von admin am 11. März 2010



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