Jahresbericht 2025/26 und neues Vorstandsmitglied
Der Zürcher Presseverein blickt auf ein in weiten Teilen erfolgreiches Vereinsjahr 2025/26 zurück.
Zwischen Mai 2025 und April 2026 hat der Vorstand bewusst nur zwei Veranstaltungen (mit-)organisiert – eine strategische Entscheidung, nachdem die Teilnahmequote in den letzten Jahren regelmässig tief ausgefallen war.
Den Auftakt machte das Kaminfeuergespräch mit Daniel Puntas Bernet. Der 60-jährige Gründer, Chefredaktor und Verleger des Magazins «Reportagen» sprach im November im Karl der Grosse mit Vorstandsmitglied Jonas Gabrieli über seine lesefaule Kindheit, seinen ungeraden Weg in den Journalismus – vom Devisenhändler über den Pizzaiolo bis zum Rezeptionisten, Arbeiten in Weinkellern und im Sportmarketing – und über die Reportage als «Mischung aus Wahrhaftigkeit, Ästhetik und Abenteuer». James Bond habe die ‘License to kill’, «als Reporter hast du die ‘License to ask’», sagte Puntas. Eine gute Reportage müsse spürbar machen, warum das Thema die Autorin oder den Autor bewegt – dafür brauche es Mut und vor allem Zeit, ein Gut, das in der Branche rar geworden ist.
Besonders erfreulich war der Communication Summit Anfang Februar – er stiess auf grosses Interesse und verzeichnete mit rund 230 Teilnehmenden eine klare Zunahme im Vergleich zu den Vorjahren (170). Unter dem Titel «Fakten oder Framing? Vertrauen oder Täuschung?» luden der Zürcher Presseverein und die ZPRG Zürcher PR-Gesellschaft ins Audimax an der ETH. Das hochkarätige Panel unter der Leitung von Reto Lipp diskutierte, wie Medienschaffende und Kommunikationsprofis in einer Zeit rasant zirkulierender News – und noch schneller zirkulierender Fake News – ihr Publikum erreichen und Vertrauen zurückgewinnen können. ZPV-Präsidentin Fabienne Sennhauser betonte in ihrer Ansprache die Herausforderung einer Medienumgebung, in der Creator mit einzelnen Stories Agenden setzen, Redaktionen und Unternehmen um Ressourcen und Reichweite ringen und Algorithmen Polarisierung belohnen. Impulsreferent Roger de Weck kritisierte die privaten Medienhäuser scharf für ihre zunehmende Imitation sozialer Medien – ein pointierter Auftakt zu einer lebhaften Debatte. Herzlichen Dank an dieser Stelle noch einmal den Podiumsgästen Dr. Jella Hoffmann, Edi Estermann, Roger de Weck, Fabio Nay, Joachim Braun und Andreas Stuber sowie den Sponsoren ETH Zürich, Landau Media Schweiz AG und news aktuell.

Janik Leuenberger ersetzt Jonas Gabriel im Vorstand
Der ZPV bleibt weiterhin auf der Suche nach engagierten Persönlichkeiten, die den Vorstand verstärken und die Perspektiven der nachrückenden Generation einbringen. Ein wichtiges Signal setzte bereits die im Vorjahr erfolgte Wahl von Pascal Scheiber in den Vorstand: Der ehemalige Co-Präsident der Jungen Journalistinnen und Journalisten Schweiz (JJS) und heutige «Blick»-Journalist prägte das Vereinsjahr 2025/26 mit. Mit Janik Leuenberger hat sich nun ein weiteres Jung-Mitglied dazu entschieden, den ZPV-Vorstand zu verstärken. Janik war bereits als 15-Jähriger Teilnehmer des Youth Lab von «20 Minuten» und moderierte beim Jugendsender Radio- und Tv4Tng.
Der heute 22-jährige Ostschweizer absolvierte von 2022 bis 2024 die Ringier Journalistenschule, war bei SRF als Investigativ-Reporter und als Videojournalist bei «Blick» tätig. Aktuell studiert er Jus an der Uni Zürich und ist freischaffend tätig. Im ZPV-Vorstand möchte sich Janik gezielt dafür einsetzen, den Austausch zwischen den Generationen mit neuen Ideen anzukurbeln. Die Generalversammlung vom 11. Mai wählte Janik Leuenberger einstimmig.

Leider hat sich das langjährige Vorstandsmitglied Jonas Gabrieli gegen eine erneute Amtszeit entschieden. Der Austritt aus dem ZPV-Vorstand erfolgt aus privaten Gründen – Jonas Gabrieli möchte künftig seiner jungen Familie mehr Zeit widmen können. Der ZPV dankt Jonas für den grossen Einsatz in den letzten 10 Jahren – insbesondere für die vielen gelungenen Moderationen von ZPV-Veranstaltungen – und freut sich, dass er dem Verein als Mitglied und Delegierter weiter erhalten bleibt.
Der ZPV-Vorstand wird im Vereinsjahr 2026/27 also weiterhin mit sechs Mitgliedern amten.
Teilauslagerung von Sekretariatsaufgaben
Wie in den Vorjahren traf sich der Vorstand Anfang 2026 zu einer eintägigen Retraite. Im Mittelpunkt standen die Lage der Branche und – ganz bewusst – interne Fragen der Organisation. Anlass dazu gab auch die krankheitsbedingte Abwesenheit unserer geschätzten Geschäftsführerin Gaby Lurati im gesamten zweiten Halbjahr 2025.
In mehreren Gesprächen mit ihr wurde deutlich, dass das bisherige 30-Prozent-Pensum künftig nicht mehr realistisch ist. Der ZPV nahm deshalb umgehend Kontakt mit dem Zentralsekretariat von Impressum auf, das während der Abwesenheit bereits unterstützte und insbesondere die Mitgliederadministration interimistisch übernommen hatte. Nach sorgfältigen Absprachen mit allen Beteiligten wurde entschieden, Teile des ZPV-Sekretariats per 1. April 2026 nach Fribourg auszulagern: Die gesamte Mitgliederadministration – von Aufnahmen und Austritten über den Versand von Rechnungen und Mahnungen bis zur Ausstellung des Presseausweises – wird neu aus Fribourg gesteuert, in enger Abstimmung mit dem ZPV-Vorstand. Auch die telefonische Erreichbarkeit wird dort sichergestellt.
Gleichzeitig wurde das Pensum von Gaby Lurati im gegenseitigen Einvernehmen auf 10 Prozent reduziert. Als Geschäftsführerin unterstützt sie den Vorstand weiterhin – mit Schwerpunkt auf der Mitorganisation lokaler Anlässe, der Buchhaltung sowie der Beantwortung schriftlicher Anfragen. Wir freuen uns sehr über diese tragfähige Lösung, die Kontinuität sichert.
Im zweiten Teil der Retraite blickte der Vorstand nach vorn: In Zweiergruppen wurden Herausforderungen, Leitgrundsätze und Ideen für den Weiterbestand des ZPV gesammelt – am Ende rund 60 Post-its. Als zentraler Engpass zeigte sich die interne Kommunikation: Alle Vorstandsmitglieder arbeiten in hohen Pensen bei unterschiedlichen Medienhäusern, entsprechend limitiert ist die Verfügbarkeit. Fortan soll darum nicht mehr jede Vorstandssitzung physisch stattfinden.
Mit Blick auf die Veranstaltungen fiel ein ebenso klarer wie pragmatischer Entscheid: 2026 organisiert der ZPV – abgesehen von der Generalversammlung und dem bereits erfolgreich durchgeführten Communication Summit – keine eigentlichen Events. Stattdessen soll im zweiten Halbjahr ein niederschwelliges Stammtisch-Format getestet werden. Der Rahmen soll unkompliziert, der Austausch im Vordergrund stehen; das erste Getränk übernimmt der ZPV. So will der Vorstand Nähe schaffen, Hürden senken und dennoch die eigenen Ressourcen gezielt einsetzen.
Communication Summit 2027 findet am 2. März statt
Bereits hat das Organisationskomitee die Planung für den Communication Summit 2027 an die Hand genommen. Dieser wird am 2. März stattfinden. Weitere Infos wie Ort, Zeit, Thema und Podiumsteilnehmer folgen im Herbst.
Ebenfalls fortgeführt wird der Podcast ComSumCast. Darin spricht Journalist und Moderator Reto Lipp mit wegweisenden Köpfen aus der Medien- und Kommunikationsbranche. Der ComSumCast ist – wie der Communication Summit – eine Gemeinschaftsproduktion von ZPV und ZPRG. Alle zwei Monate erscheint eine neue Folge. Der Podcast steht inzwischen bei über 45’000 sogenannten Streams (inklusive Youtube). Von Februar 2025 bis Februar 2026 erschienen 4 Folgen und die Reichweite wuchs um über 28 Prozent – ein Zeichen für wachsende Bekanntheit. An dieser Stelle ein herzlicher Dank an Reto Lipp und
Christoph Soltmannowski für ihre Arbeit zugunsten des ComCumCast. Ebenfalls danken möchte ich Felix Aeberli, der sich regelmässig um die Fotos zu den Podcast-Aufnahmen kümmert.
Zuletzt gilt mein Dank allen Vorstandsmitgliedern und unserer Geschäftsführerin Gaby Lurati für ihren grossen Einsatz und die tolle Zusammenarbeit in den letzten zwölf Monaten.
Herzliche Grüsse
Fabienne Sennhauser, ZPV-Präsidentin