ZPV trauert um ehemaligen Präsidenten

ZPV trauert um ehemaligen Präsidenten

Ein Exit-Tod sei fast immer ein zu früher Tod, erklärte Bernhard Sutter an der Schaffhauser Senioren Universität als er über selbstbestimmtes Sterben berichtete. Das war vergangenen Herbst. Acht Monate später ist in den Medien zu lesen: «Exit-Chef Bernhard Sutter (58) stirbt bei Aufstieg auf den Fuji.» Er war unterwegs mit seinem Sohn auf dem heiligen Berg, dem Wahrzeichen Japans. Quasi auf dem Pilgerweg für das Seelenheil der Japaner. 

Als Bernhard Sutter im Jahr 2007 dem Vorstand des Zürcher Pressevereins verkündet, dass er Pressesprecher von EXIT wird, haben sich seine Kolleginnen und Kollegen gewundert. Faszination eines 40-Jährigen für einen würdigen Tod?

Von 1987 bis 2007 war Bernhard Sutter ein begeisterter Journalist, etwa beim Radio NRJ, später im Schweizer Fernsehen. Er schrieb 10 Jahre lang als Redaktor für den «Tages-Anzeiger» und war freier Reisejournalist beim «Travel Inside». Für den Beruf engagierte er sich auch als Präsident des Zürcher Pressevereins. Für den nationalen Berufsverband Impressum sass er in der GAV-Kommission und verhandelte für würdige Arbeitsbedingungen mit dem Verlegerverband.

Seine Berichte über die Verhandlungen waren in den Zürcher Vorstandssitzungen legendär: Eine kritische Mischung aus Information, Klarheit und einer wohltuenden Prise Witz. 

 Bernhard Sutter hat per Ende 2014 den Austritt im ZPV gegeben, da er fortan nicht mehr journalistisch tätig war und sich an die Statuten hielt. Damals verloren wir einen intelligenten Berufskollegen. Seit 2015 war er Geschäftsführer von EXIT. Jetzt hat die Sterbehilfe-Organisation ihren Chef verloren. Seinen allzu frühen Tod mit 58 Jahren macht uns tief betroffen.